Begründung der Wahl des österreichischen UN-SPRUCHS 2006

   
 

Zum österreichischen "UN-SPRUCH DES JAHRES 2006"
wählte die Jury ( erstmals 2006)

 

Daham statt Islam!

   

Begründung:

(1) Dieser Spruch zielt in knapper Form auf die Diskriminierung und Aussonderung von MitbürgerInnen muslemischen Glaubens in Österreich.

(2) Erstmals seit 1945 wurde eine Religionsgemeinschaft wieder als fremd und im Gegensatz zum Begriff „Österreich als Heimatland“ dargestellt. Erneut wird damit die Stigmatisierung und Ausgrenzung eines Teils der österreichischen Bevölkerung zum Inhalt von Politik in Österreich gemacht.

(3) Die Jury findet, dass dies ein gefährlicher Präzendenzfall ist, dem Einhalt geboten werden sollte. Sie findet sich damit in Übereinstimmung mit den Internetwählern, die diesen Spruch mit deutlichem Abstand vor allen anderen als Unspruch des Jahres 2006 ausgewählt haben.


Graz, 12.12.2006 - Die Jury

 

Zum 2. österreichischen "UN-SPRUCH DES JAHRES 2006"
wählte die Jury

 

Kärnten wird einsprachig!

   

Begründung:

(1) Dieser Un-Spruch stößt in dasselbe Horn. Er ist angesichts der Mehrsprachigkeit Österreichs und der Mehrsprachigkeit Europas ein unglaublicher Affront gegen alle Anderssprachigen dieses Landes, gegen das Konzept der kulturellen Vielfalt und gegen die 98 Sprachgemeinschaften der Europäischen Union.

(2) Dieser Slogan verstößt zudem gegen einschlägige Urteile des Verfassungsgerichtshofs und gegen den Staatsvertrag, der Österreich die Unabhängigkeit gebracht hat.

(3) Es ist bedauerlich, dass die mit dieser Politik verbundenen Fakten (Stichwort Ortstafeln) von Seiten der Exekutive nicht zu den sonst üblichen rechtlichen Reaktionen geführt haben.


Graz, 12.12.2006 - Die Jury

 

Weitere, in die engere Wahl gekommene  Un-Sprüche waren:

Deutsch statt nix verstehn; Pummerin statt Muezzin!  Wenn ich ein Linker wäre, würde die ganze linke Emanzentruppe vor mir flach liegen."

 

 

 


© Rudolf Muhr 2006